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Balkonien --- Zusammenfassung


Veröffentlicht: 16.06.2019
In den letzten Sommern grünte und blühte es auf meinem Balkon, was eine richtig nette und nicht zuletzt natürlich leckere Sache ist.
Ich gehe nun ins vierte Jahr der Balkon-Bewirtschaftung und freue mich wie beim ersten Mal, im Supermarkt mit verächtlichem Blick an der Gemüseabteilung vorbeigehen zu können.

    

Anbauflächen

Als Mieter einer normalen Wohnung mitten in Köln habe ich nur begrenzt Platz zur Verfügung. Weder habe ich einen Kleingarten noch kann ich den Innenhof des Hauses nutzen - will ich auch nicht, macht viel zuviel Arbeit. Dafür habe ich einen mittelkleinen Balkon auf der Nordost-Seite und ein breites, hohes Fenster nach Südwesten.

Der Balkon misst rund 1,5 x 2,5 Meter, ist mit stabilen Metallwänden ausgestattet und hat kein Dach über dem Kopf. Außen wie Innen können genügend Kästen angehängt werden, außenrum habe ich fünf jeweils einen meter lange Kästen installiert. Innen zur Zeit drei weitere, etwas schmalere, zudem steht links eine Blumentreppe, auf der weitere Töpfe ihren Platz finden. An der Hauswand ist genügend Raum für Erdtüten, in denen hochwachsendes Gemüse wie Tomaten oder Gurken hingestellt werden kann.

Zur Straße hin zeigt ein großes, zwei Meter breites, dreigeteiltes Fenster, das bis zum Boden reicht. Ein ebenfalls stabiles Metallgitter erlaubt den Anbau auf zwei Etagen, oben drei Kästen und unten drei. Oben lasse ich Kleinkram wie Salate und Kräuter wachsen, unten rechts hat eine Tomate schon allein wegen ihrer Blickfang-Qualitäten mitlerweile Tradition.

Nicht übermäßig viel Platz, aber es reicht um sich im kleinen Maßstab als Gärtner auszutoben.

Mehr dazu siehe auf der Seite Anbaugebiete.

Die vergangenen Jahre

2016
In meinem ersten Jahr habe ich gleich richtig gasgegeben. Angebaut was und wo ich nur konnte, schon im April stand mein halbes Wohnzimmer voller Ansaat-Töpfe.

Ich habe wahrscheinlich sämtliche Fehler gemacht die man machen kann, trotzdem war die Ausbeute nicht übel. Petersilie, Radiesschen, Salate, Tomaten, Gurken, sogar für ein paar Blümchen in der Form von Saatbomben hat es gereicht, die wenigstens Hummeln und Bienen was zu Essen aufgetischt haben. Mit den meisten Anschaffungen sollte es bei geschätzten 400 Euro das teuerste meiner Balkonisten-Karriere sein.

2017

Das Jahr 2017 war von Wetterkapriolen bestimmt. Zu Beginn Sonne satt, ich konnte schon ab April viel ernten. Zu erwähnen sei da besonders ein 60er-Kasten voller Dill, an dem ich mich von Mitte Mai an bedienen konnte. Es war derart viel, das ich mir das lecker Zeuch fingerdick aufs Brot legen konnte, vielmehr musste, ansonsten wäre es am Ast eingegangen.

Dafür war es spätestens ab Mitte Juli total verregnet. Im August sind meine Pflanzen reihenweise vergammelt, weil die Erde zu keinem Zeitpunkt auch nur halbwegs abtrocknete. In den Kästen stank es schon nach fauliger Erde, das war mal gar nicht nett und holte mich gleich wieder auf den Boden der Tatsachen zurück.

In meinem Keller stapelte sich derweil alte Erde, da ich 2016 und 2017 für jede Neubepflanung von Kästen und Topfen immer wieder neue Erde gekauft habe. Die alte Erde ist ausgelaugt und lässt sich erstmal nicht verwenden, ab damit in den Keller.

Um dem vorzubeugen habe ich mit Kompostieren begonnen. Die meisten Grünabfälle landen seitdem in alten Erd-Tüten auf dem Balkon, oder ... oooder ... in der neu angelegten Wurmkiste. Beste Erfindung des Jahrhunderts, die glitschigen Kameraden futtern was das Zeug hält - in der Wohnung wohlgemerkt - wenn man es richtig macht ohne das es stinkt. Kiste + Bewohner sind zur Nachahmung empohlen und einen separaten Bericht wert, ist in Arbeit.

2018
Der Super-Sommer 2018 hat mir einerseits guten Ertrag beschert, andererseits genau nicht. Während der Rhein kaum Wasser führte und die Bäume im Grüngürtel im August die Blätter verloren, konnte ich nett ernten und musste dafür natürlich extrem gießen.

Leider hat der Sommer für viele Schädlinge gesorgt, die den Ertrag wieder auf Normalmaß runterfuhren. Salate und Petersilie waren reihenweise befallen und ich durfte vieles gleich nach der Ernte kompostieren, sehr schade. Mehltau hatte die Blätter von Tomaten und Gurken in Beschlag genommen, wodurch deren Ernte im Spätsommer gedrückt wurde.

Ein paar Fehler aus 2017 habe ich vermieden, neue sind hinzugekommen. Wiedermal habe ich meinen Balkon derart zugebaut, das ich selbst kaum Platz darauf fand, und wiedermal habe ich häufig zuviel in einen Kasten gepflanzt.

Dafür habe ich im großen Stil Erde selbst angemischt und den Neukauf auf wenige 20-Liter Säcke begrenzen können. Ebenfalls lief es mit der Kompostierung immer besser, womit ich einen guten Grundstein für eigene Erde legen konnte. Im Winter standen sechs halb-volle 20-Liter Tüten auf dem Balkon und warten darauf, von Würmern verdaut und von mir wiederverwendet zu werden.

2019

Wie jedes Jahr hoffe ich, alles besser zu machen.
Selbst angemischte Erde ist nun Standard, kompostieren klappt wunderbar, nur das Wetter spielte zu Anfang nicht mit. Von April bis Mitte Mai war es zu kalt, Setzlinge wuchsen nicht wie gewünscht und mussten in kalten Nächten immerwieder in der Küche geparkt werden. Zudem habe ich einen Kessel zu füllen, wodurch weniger Zeit für die eigentlich wichtigsten Wochen des Balkonien-Jahres übrig blieb.

2019 könnte das Jahr der Schädlinge werden, darauf habe ich mich innerlich schon eingestellt. Ich habe kompostiert was ging, egal ob es befallen war, sicherlich haben einige Schädlinge den Winter überlebt. Entsprechend hoffe ich mich im Umgang mit den ungebetenen Gästen weiterzubilden, erste Versuche habe ich 2018 bereits unternommen.

Ein überraschender Verbündeter könnte das Chaos sein, das ich im letzten Herbst wegen akuter Faulheit auf dem Balkon hinterlassen und erst diesen Frühling beseitigt habe. Je mehr Unordnung umso mehr Insekten fühlen sich wohl, wenigstens erkläre ich mir dadurch das ungewöhnlich hohe Aufkommen von den Larven des asiatischen Marienkäfers, die besonders Anfang Juni überall rumkrabbelten. Diese sehen biestig aus, wie ein Alien von Planet P, dafür sollen sie pro Kopf an die hundert Blattläuse am Tag vertilgen können. Bei nichtmal einem Zentimeter Körperlänge, Hut ab. Leider fressen sie ebenfalls Larven einheimischer Marienkäfer und anderer Nützlinge, was natürlich nicht so gut ist.

Das Jahr läuft, wir werden sehen was daraus wird.

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